Konfliktbewältigung
Gleichwertigkeit – jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll
Konflikte sind unangenehm, gehören aber zum Menschsein. Sie sind der Anfang von teilweise langjährigen Streitfällen und Grund für zahlreiche Gerichtsverhandlungen. Ein Beispiel: Im Jahr 2009 gab es beim Bundesarbeitsgericht in Deutschland im Rechtsgebiet "Beendigung des Arbeitsverhältnisses" 579 neue Verfahren. Insgesamt gab es in diesem Jahr 2322 neue Eingänge aus dem Bereich Revisionen und Rechtsbeschwerden in Beschlussverfahren und Nichtzulassungsbeschwerden. Einfache Konflikte gehören zur Tagesordnung und sind, konstruktiv ausgetragen, eine Art Schulung für die Sozialkompetenz der betroffenen Parteien. Ein langjähriger, nicht geklärter Streit bringt nur Verlierer hervor.
Dem Streit fehlt ein wichtiger Partner: die Gleichwertigkeit
Gleichwertigkeit bedeutet, dass jeder Mensch gleich viel wert ist. Eine Begegnung zwischen Menschen, die sich gegenseitig bejahen und ihren einzigartigen Wert anerkennen, ist geprägt von Offenheit und Akzeptanz. Jeder kann seine eigene Meinung vertreten, ohne dass er vom anderen infrage gestellt wird oder dass man sich gleich verteidigen muss. Gelebte Gleichwertigkeit hilft, Konflikte fair auszutragen, fördert die soziale Gemeinschaft und widerspricht nicht den personellen Strukturen und Rangordnungen.
Alfred Adler fördert die Gleichwertigkeit
Die Gleichwertigkeit wurde vom Wiener Arzt Alfred Adler gelebt und gefördert. Adler ist der Begründer der Individualpsychologie, einer der drei klassischen Richtungen der Tiefenpsychologie. Er war Mitglied der Studiengruppe von Sigmund Freud. Im Laufe der Zeit entwickelte Alfred Adler seine eigenen Ansichten. Er gab seinem psychologischem System den Namen Individualpsychologie. Adler lehrte Mitmenschlichkeit und lebte sie auch. Er war ein Mann des einfachen Volkes und wollte eine praktische Psychologie, die verstanden wurde. Er fand heraus, dass Menschen ein soziales Streben nach Gleichwertigkeit und Zugehörigkeit haben. Jeder Mensch möchte seinen Platz in der Gesellschaft haben und zum Wohl aller beitragen.
Gegenseitigen Respekt entgegenbringen und den vorhandenen Wert anerkennen bedeutet, einen Lebensstil zu leben, der zwar immer wieder geübt werden muss, aber mittel- und langfristig Menschen und deren Zusammenleben fördert – im privaten und im beruflichen Umfeld.
© Ausbildung-Tipps.ch - 30. Juni 2010 (ar)
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